Gymnastiksandalen, Strohsandalen und viele andere (Teil 6)
11.04.2007 21:34
Zur Einteilung der Sandalen können verschiedene Kriterien herangezogen werden. Am häufigsten wird dazu der Sandalenboden benutzt. Wie schon gesagt, gibt es dabei zum einen die Korkfußbettsohle, am bekanntesten von der oben genannten Firma Birkenstock. Schon die alten Ägypter hatten Sandalen mit einer Sohle aus Holz entwickelt, die lange in Vergessenheit geriet.
Erst in den sechziger Jahren wurde sie von der Firma Berkemann wieder neu aufgelegt und in die Gymnastiksandale eingebaut. Diese Sandale besteht aus einem Holzfußbett, das anatomisch geformt ist und besitzt eine recht dünne Sohle. Über dem Ballenbereich des Fußes wird die Sohl mit einem dünnen Querriemen gehalten, welcher aus Leder ist und mit Filz oder Moosgummi abgepolstert wird. Diese einfache Befestigung bewirkt, dass die Zehen sich bei jedem Schritt regelrecht festkrallen müssen, damit die Schuhe nicht verloren werden. Das soll die Muskulatur des Fußes stärken und die Durchblutung anregen. So soll diversen Fuß- und Beinkrankheiten vorgebeugt werden. Die Holzsohle wirkt dabei klimatisierend.
Eine dritte Kategorie bei der Einteilung der Sandalen ist die mit den Modellen aus Leder. Werden zur Herstellung pflanzlich gegerbte Rinderhäute verwendete, ist das die hochwertigste und fußfreundlichste Form der Ledersandalen. Heute werden allerdings fast ausschließlich chromgegerbte Leder benutzt.
Weiterhin gibt es die Strohsandalen, genauer, die japanischen Reisstrohsandalen, auch Waraji genannt. Diese werden aus verschiedenen Pflanzenfasern gefertigt, überwiegend jedoch aus Reisstroh. Im alten Japan galten die Waraji als Schuhwerk für einfache Leute. Später jedoch, in der Zeit der Bauernaufstände, wurden die Schuhe auch unter den Samurai immer beliebter. Das geschah im gleichen Maße, wie Kämpfe immer öfter zu Fuß ausgetragen wurden.
Heute aber werden sie fast nur noch traditionell orientierten, buddhistischen Mönchen getragen. Interessant dabei ist, dass die traditionelle Form der Waraji nach europäischen Maßstäben eigentlich zu kurz ist. Das heißt, vorn stehen die Zehen des Sandalenträgers über. Es gibt beim Verschließen der japanischen Sandalen verschiedene Art und Weisen des Bindens. Die Bevölkerungsgruppen haben alle ihre eigene Methode dabei; das bedeutet, dass zum Beispiel ein Soldat seine Sandalen anders bindet als ein Bauer, ein Dorfbewohner anders als ein Städter.
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