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Alles über Schuhe, Stiefel & Sandalen - zur StartseiteSchuhcreme und Schuhpflege IIzum Speichern und Ausdrucken können sie sich hier den gesamten Artikel als PDF-Datei runterladen. Treibgassprays (Aerosole)Bevor auf die Überlegenheit von Dosencremes als bestgeeignetes Allroundpflegemittel für Lederschuhe näher eingegangen wird, ein Blick auf den Umsatzbringer der Schuhpflegemittelindustrie, die Sprayflaschen. Indirekt wird an die Bequemlichkeit des Kunden appelliert (man braucht nur noch einen Finger krumm zu machen, keine Lappen, keine schmutzigen Finger mehr) . Und das recht erfolgreich, denn die Sprays mit Treibgas, die so genannten Aerosole, verkaufen sich wesentlich besser als die Pumpsprays. Eine kurze Betrachtung reicht schon aus, um zu erkennen, dass Sprays normalerweise keine richtige Schuhpflege bieten und diese folglich auch nicht ergänzen können geschweige denn brauchen: 1. Es wird behauptet die Sprays werden für eine Grundimprägnierung benötigt. Das ist falsch, denn das erfüllt eine gute Dosencreme genauso gut, eher noch besser. 2. Es wird behauptet die Treibgasspray seien nicht gefährlich. Auch falsch. Sie sind sogar extrem feuergefährlich und explosionsgefährdet. 3. Es wird behauptet, ein Spray vereinfacht die Schuhpflege und spart Arbeit. Wieder falsch. Sprays bieten nicht den Schutz einer guten Dosencreme und müssen deshalb häufiger angewendet werden und für den gewünschten Glanz braucht man zusätzlich noch eine Creme. 4. Es wird behauptet Sprays sind sparsam, weil man nur wenig davon braucht. Schoin wieder falsch. Die Dose ist allein zu rund 50% nur mit Treibgas gefüllt, damit der eigentliche Wirkstoff überhaupt aus der Dose heraus kommt. Ferner muss ein Mindestabstand beim Sprayen eingehalten werden, damit sich die einzelnen Stoffe in einem gewissen Abstand vor dem Sprühkopf zu einem Aerosol verbinden und gleichmäßig auf der zu besprühenden Oberfläche verteilen können. Dabei geht bei so einem kleinen Zielobjekt wie einem Schuh, zwangsweise viel daneben. 4. Es wird behauptet man solle ein Spray nehmen für Schuhe mit Klimamembran. Schuhcremes sind nicht geeignet. Grundfalsch. Jede Schuhcreme eignet sich für Schuhe mit Klimamembranen, auch wenn es nicht darauf vermerkt ist (Die Approved-Siegel der Membranhersteller erhöhen nur den Preis des Produkts, weil der Hersteller des Pflegemittels sie bezahlen muss). Das steht sogar ausdrücklich in der Fachhandelsinfo von Gore Tex – allerdings nicht gleich auf der ersten Seite. 5. Es wird verschwiegen dass die Sprays gesundheitsgefährdend sind. Das in der Luft schwebende Aerosol ist lungengängig und legt sich beim Einatmen auf die Lungenbläschen. Viele der darin enthaltenen Stoffe, wie beispielsweise Alipathe, sind alles andere als gesund. Aufgrund negativer Vorkommnisse in der Vergangenheit weist man jetzt immerhin darauf hin, dass die Sprays nur an der frischen Luft verwendet werden sollten. 6. Ebenfalls verschwiegen wird das Umweltunfreundliche dieser Aerosolprodukte. Die Treibmittel sind nicht mehr bedenklich, aber die Herstellung und Entsorgung der Flaschen ist nicht umweltfreundlich. 7. Die sonst so hoch gepriesene Lösemittelfreiheit wird hier ad absurdum geführt: Die Sprays bestehen zum großen Teil aus Lösemitteln! (In einer üblichen Spraydose ist mehr als in einem ganzen Stapel Dosencremes.) Nur spricht hier niemand davon. 8. Eine Spraydose reicht nur für wenige Anwendungen (große Dosen maximal für etwa 20 Schuhpaare). Eine Dosencreme hingegen für mehrere hundert Paare (Die großen 100ml Dosen, reichen für die Pflege von mehr als achthundert Schuhen.) 9. Die Schuhpflege nur mit einem Spray ist nicht ausreichend, man braucht auch noch eine Creme (allein des Glanzes wegen). Da klingelt die Kasse gleich zweimal ... Die bessere Schuhcreme ist die DosencremeDie beste Pflege glatter Oberleder geschieht nach wie vor grundsätzlich mit der Dosencreme. Und zwar herstellerunabhängig. Von dieser Regel gibt es nur eine einzige Ausnahme: Sehr helle und offenporige Schuhe, wie beispielsweise mintfarbende Mules oder Damenpumps in einem ganz zarten Rosa. Doch was 95% aller üblichen Lederschuhe anbelangt, ist die Hartwachscreme aus der Weißblechdose die bestmögliche Creme. Auch Lackleder, die längst keine Spezialmittel mehr erfordern, lassen sich damit bestens pflegen und optimal schützen. Folgende Faktoren begründen die Überlegenheit dieses Pflegemitteltyps: a) SchutzDiese Dosencreme beinhaltet hartes Karnaubawachs, wodurch das Leder mechanisch bestmöglich geschützt wird. Dadurch können die im Leder ab Werk vorhandenen Fettungsmittel erst gar nicht ausgewaschen werden. Das Leder bleibt somit weitestgehend im Urzustand, dass heißt flexibel, weich und atmungsaktiv. Und auch die täglichen kleinen Stöße, denen der Schuhschaft zwangsweise ausgesetzt ist, prallen an der Schuhcreme ab, bevor sie an das Leder gelangen können. b) ImprägnierwirkungDank des glatten unsichtbaren Wachsfilms ist ein optimaler chemischer Schutz gewährleistet. Dazu zählt auch die Dichtigkeit gegenüber Regen und Schnee, die dank der Dosencreme zuverlässig vom Leder abgehalten werden. Wasser perlt in kleinen Tröpfchen ab. Und dankt der Härte (siehe oben) übertrifft diese exzellente Imprägnierwirkung die anderen Imprägniermittel, die in Sprayform aufgebracht werden. c) GlanzDosencreme bietet den am längsten währenden Glanz. Auch das kommt durch die Härte des Karnaubawachsbestandteils der Wachskomposition dieses Cremetyps. Denn ist eine Hartwachscreme poliert, ist der glatte und glänzende nicht sichtbare Film auf dem Oberleder widerstandfähiger als der einer Emulsionscreme aus der Tube oder dem Tiegel. Und für den, der seine Schuhe mit einer Wasserpolitur zu Hochglanz bringt, gibt es zur Hartwachscreme aus der Dose keine Alternative. d) ReinigungDurch die in diesem Schuhcremetyp enthaltenden Lösemittel werden nach der Vorreinigung (Abbürsten oder Abwischen des Schuhs) eventuell noch verbliebene Cremereste oder kleinere Flecken gleich beim Cremeauftrag entfernt. Das verhindert, dieses von Wassercremes bekannte Ansammeln und Verkrusten alter Schichten, wodurch das Glänzen erschwert wird und weshalb sich schnell eine neue Anschmutzung der Schuhe einstellt. Die Atmungsaktivität des Leders bleibt dank der integrierten Reinigungswirkung der Dosencreme ebenfalls dauerhaft erhalten. Und zusätzliche Schuhreinigungsmittel erübrigen sich von selbst. e) Aufpolierbarkeit und ZeitersparnisEin mit Dosencreme gepflegter Schuh lässt sich auch mal zwischendurch auf die Schnelle in wenigen Sekunden aufpolieren, ohne dass zuvor neue Creme aufgetragen werden müsste. Einfach mit einem Lappen oder einer Bürste überstreichen, und die oberste, durch Staubkörnchen und Abrieb erblindete Schicht der Schuhcreme, wird wieder geglättet und glänzt wie zuvor. Wenn es mal schnell gehen muss, einfach, sauber und superpraktisch. f) SparsamkeitDosencremes sind extrem sparsam. Es reicht einen hauchdünnen Auftrag auf das Leder zu bringen, ja die Wirkung ist sogar besser, je dünner der Auftrag ist. Dank der Lösemittel ist es möglich die Creme ganz dünn aufzunehmen und auf dem Oberleder zu verteilen. Zusätzliche Pflegeprodukte für den Schaft (Reinigungsmittel, Imprägniersprays) sind überflüssig. g) Verminderte NeuanschmutzungDurch die glatte und harte Oberfläche wird die Neuanschmutzung erschwert. Mit anderen Worten, die Schuhe bleiben länger sauber. h) PreiswürdigkeitUnabhängige Versuche belegen, dass mit einer einzigen durchschnittlich großen Dosencreme rund 250 Paar Schuhe, also etwa 500 Einzelschuhe gepflegt werden können. Das ist sensationell im Vergleich zu den weit verbreiteten Sprays, die nicht nur ein mehrfaches einer Dosencreme bei der Anschaffung kosten, sondern meist schon nach der Pflege von weniger als 20 Paar Schuhen leer sind. i) HerstellerunabhängigDie Unterschiede der verschiedenen Fabrikate von Dosencremes sind nicht allzu gravierend. Alle sind gut. Das vereinfacht die Anschaffung und vergrößert die Auswahl. Unerheblich welche Marke gekauft wird, man kann nichts falsch machen. Das kommt von der prinzipiell sehr ähnlichen Zusammensetzung all dieser Cremes. Die früher noch erhältlichen Billigcremes (schlechte Oberflächenhaftung, geringe Flexibilität und frühzeitiges Austrocknen) sind heute wohl nicht mehr erhältlich. Unterschiede verschiedener DosencremesDie im Vergleich zu den Emulsionscremes nur geringen Unterschiede zwischen Dosencremes verschiedener Marken und Hersteller sind vor allem in zwei Bereichen, wenn man von den für die Pflege irrelevanten Duftstoffen einmal absieht: a) FarbintensitätJe höher die Intensität der Farbe, um so stärker ist der Eindruck der Farbtiefe und des Glanzes eines damit gepflegten Schuhs. Diese Unterschiede sind recht klein, so dass sie nur im Vergleich direkt zwei mit verschiedenen Cremes gepflegter und nebeneinander stehender Schuhe auffällig sind. Funktional betrachtet also eher ein unwichtiger Unterschied, optisch dagegen das berühmte i-Tüpfelchen. Für den Träger ist es verblüffend, wie einfach es ist, nur dank der richtigen Creme einen glänzenderen Schuh zu bekommen. Momentaner Spitzenreiter in dieser Disziplin ist bei den schwarzen Cremes die Palmenwachsschuhcreme von Burgol. b) verwendetes LösemittelAlle diese Dosencremes haben einen Lösemittelmix aus verschiedenen Stoffen, doch die besseren Cremes beinhalten Terpene (meist Terpentinöl). Die meisten Marken (Centralin, Collonil, Dasco, Kiwi, Woly, Pedag usw.) verwenden kein Terpentinöl, sondern Testbenzin als Lösemittel. Echtes, harzfreies Balsamterpentinöl bieten nur wenige Hersteller/Marken: Der Franzose Avel (Hersteller vieler bekannt guter Fremdmarken, wie z. B. La Cordonnerie Anglaise, Kiton, Lobb usw.) mit seiner Eigenmarke Saphir médaille d’or, die Schweizer Traditionsmarke Burgol und der deutsche streng ökologisch orientierte Hersteller Tapir. Die terpentinölhaltigen Cremes bieten eine bessere Haftung an der Lederoberfläche, eine feinere Verteilung der Wachse und Farbpigmente und ein besseres Eindringen ins Leder. Wenn man die Spitzengruppe der Dosencremes, die genannten terpentinölhaltigen Hartwachscremes miteinander vergleicht, stellt man fest, dass die von Tapir die letztbeste ist (besonders in der praktischen Anendung), die gesamten Avel-Derivate ( La Cordoinnerie Anglaise usw.) die Mitte der Spitzengruppe markieren und Burgol eindeutig die Topcreme darstellt (sowohl im Gebrauch, als auch in der Wirkung). Das hängt in erster Linie damit zusammen, dass man bei Burgol immer noch ein seit Jahrzehnten unverändertes (und von keinen Sparmaßnahmen verwässertes) Rezept verwendet. - Wohlgemerkt hier wird die Crème de la crème, also sowieso sehr gute Schuhcremes, miteinander verglichen. Die Unterschiede der einzelnen Dosencremes sind beim Auftrag wie auch in der Wirkweise spürbar. Das ist wohl auch der Grund, weshalb viele «Edelschuhhändler» Burgol, Saphir beziehungsweise La Cordonnerie Anglaise führen. c) Sonderfall weiße DosencremeWer weiße Lederschuhe hat, kennt die allenthalben verbreiteten, untauglichen so genannten «Pflegemittel», die eher einer weißen Wandfarbe, als einer Schuhcreme gleichen. Doch auch für weiße Oberleder, ob Tennis- oder Arztschuh, gibt es ein geeignetes Pflegeprodukt: Die weiße Dosencreme von Burgol, die all die oben genannten Vorteile bietet und somit eine echte Schutz und Pflegefunktion hat. d) PreisunterschiedeOben wurde es schon angedeutet: Der Preis eines Schuhpflegemittels ist bei Dosencremes völlig nebensächlich, eingedenk der Tatsache, dass sich mit der Creme einer einzigen Dose mehrere hundert Schuhe eincremen lassen. Ob die eine Dosencreme dann zwei drei Euro mehr als die andere kostet ist unerheblich. Wer seine Schuhe optimal pflegen möchte sucht nach dem besten Pflegemittel und sucht nicht das billigste. e) Angebliche UnterschiedeObwohl nur Tapir eine Volldeklaration der Inhaltsstoffe bietet, ist es doch erstaunlich was für Gerüchte über bestimmte Cremes die Runde machen. Am bekanntesten ist wahrscheinlich der angebliche Unterschied zwischen Kiwi polish und Kiwi parade gloss. Beide Produkte des weltgrößten Schuhpflegemittelanbieters Sara Lee sind Dosencremes. Die Parade Gloss ist in Deutschland offiziell nicht erhältlich, was die Gerüchteküche umso mehr anheizt. Obwohl die Parade Gloss in der Dose etwas mehr glänzt als die Polish (das rührt von der Abfülltemeratur her und hat nichts mit den Inhaltsstoffen zu tun, und obwohl minimale Unterschiede in der Formulierung bestehen, sind beide Cremes weitgehend identisch und auch im direkten Pflegemittelvergleich sind keine Unterschiede in der Praxis bemerkbar. Doch in einschlägigen, vor allem amerikanischen Internetforen sind die Teilnehmer fest überzeugt, dass es bemerkenswerte Unterschiede gibt. f) Tatsächliche UnterschiedeAlle international tätigen Schuhpflegemittelhersteller produzieren ihre Cremes, nicht nur die Dosenware, länderspezifisch. So ist beispielsweise der in Deutschland so verbreitete unsägliche Auftragsschwamm vor der Tubenöffnung von Emulsionscremes, für die in Italien angebotenen Tubencremes obsolet. Kaum ein Italiener würde so ein Ding kaufen, das eine vernünftige Dosierung, und damit die Grundvoraussetzung für eine gute Pflege überhaupt, von vorne herein zunichte macht. Die Deutschen, so verlautet aus Herstellerkreisen, wünschen jedoch mehrheitlich so einen Schwamm, damit sie keinesfalls ihre Finger verschmutzen. Was sich in einem Land also bestens verkauft, liegt schwer wie Blei in den regalen eines anderen Landes, und umgekehrt. Hinzu kommen die unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen der Staaten, die den Hauptgrund für unterschiedliche Formulierungen der dem äußeren Anschein und oft auch des Namens nach gleichen Produkte in verschiedenen Ländern sind. Nachteile von Dosencreme?Wo so viel Licht ist, gibt es da auch Schatten? Keinen wirklich relevanten, sieht man einmal vom dem eingangs erwähnten Grenzfall sehr heller Anilinleder ab. a) Weniger FarbenIm Vergleich zu Emulsionscreme, die es gewöhnlich in sehr vielen Farben gibt, sind Dosencremes in den meisten Fällen auf die klassischen Farben Schwarz, Braun (hell, mittel, dunkel), Bordeauxrot, Blau und Farblos beschränkt. Burgol hat mit insgesamt 12 Farben, darunter auch grün, das zur Zeit umfassendste Angebot. Schuhfreundinnen und Schuhfreunde betrachten die Anzahl der erhältlichen Farben als vollkommen ausreichend. Kommt eine selten gebrauchte Farbe ausnahmsweise einmal vor, verwenden sie eine farblose Dosencreme, statt sich eine schlechtere Emulsionscreme zu kaufen, und diese dann nie aufzubrauchen, weil die violetten Schuhe nur eine Saison getragen werden. Und wer Spaß an der Schuhpflege hat, mischt sich aus zwei drei verschiedenfarbigen Dosencremes einfach die gewünschte Farbcreme zusammen (Lila beispielsweise aus Bordeauxrot und Blau). Ein leichtes Unterfangen, aber auch nicht jedermanns Sache. b) Dosencreme sollte etwas aushärtenDamit die Dosencreme ihre beste Wirkung zeigt, empfiehlt sich vor dem Glänzen der Creme eine halbe Stunde zum Einziehen und dem Wachs zum Aushärten zu gönnen. Natürlich geht es auch kürzer, aber je länger die Zeitspanne zwischen Auftrag und Polieren, umso länger anhaltend ist auch der Glanz und umso besser der Schutz des Schuhs. Wer mehrere Schuhe hintereinander pflegt, ist das egal, weil die Creme in der Zwischenzeit genügend Zeit zum Aushärten findet. c) Gefahr des EintrocknensDie Lösemittel einer guten Schuhcreme sind mehr oder minder flüchtig. Deshalb sollten die Dosen nach Gebrauch ordentlich geschlossen werden. Ein Verbeulen des Deckels ist deshalb zu meiden und bei Cremes, wo ein winziges Entlüftungsloch in den Deckel gestanzt ist (z. B. bei Kiwi-Dosen in der Mitte des Deckels) kleben Sie es kurzerhand mit einem Streifen Tesafilm zu. Optimal sind Deckel mit Dichtungsring und Schraubverschluss (Centralin und Tapir). Burgol hat noch eine Stanniolabdeckung direkt auf der Creme, die den gleichen Effekt hat. Deshalb machen kleinere Dosen (50 ml) für den Privatgebrauch mehr Sinn, als die größeren Gebinde (100 ml). Gerade bei den großen Dosen ist der Deckel schnell verbogen und schließt nicht mehr dicht. Dann verabschieden sich die flüchtigen Inhaltsstoffe mit der Folge, dass die Creme schrumpft. Früher gab es noch Dosen mit 25 ml Inhalt. Heute dagegen sind die kleinsten Verpackungsgrößen der verschiedenen Anbietern auf 50 ml beschränkt. So zum Beispiel die Dosencreme von Dasco, Kiwi, Saphir (und einige Saphir-Abkömmlinge wie z. B. La Cordonnerie Anglaise und die Creme einiger englischer Schuhmarken) und Woly. Burgol bietet Dosen mit 60 g Inhalt. Alle anderen Cremedosen beinhalten entweder 75 ml (z. B. Centralin, Collonil, Pedag, Tapir) oder gar 100 ml (viele auf Saphir-Creme basierende Marken wie z. B. Carmina Shoemakers, Ed Meier, Weston usw.) d) Angebliche GefährdungDie nicht existente Umweltproblematik im Zusammenhang mit Dosencreme wurde weiter oben erläutert. Doch es wird gelegentlich ein anders, ebenfalls falsches Argument gegen Dosencreme ins Feld geführt; die vom Terpentinöl angeblich ausgehende Gesundheitsgefährdung. Natürlich könnte die Pflegemittelindustrie nicht behaupten, Terpentinöl sei gesundheitsschädlich, wenn nicht das berühmte Körnchen Wahrheit daran wäre. Diese Halbwahrheiten sind es ja gerade, die eine gezielte Desinformation ermöglichen, dank der oben zitierten «nützlichen Idioten» schnell Verbreitung finden, so dass am Ende viele Verkäufer meinen, sie verstünden etwas von der Sache, in Wirklichkeit aber so gut wie keine Ahnung haben. Die Antwort auf diese Behauptung ist so alt wie einfach: Dosis sola facit venenum. (Paracelsus) – Die Dosierung entscheidet darüber, ob ein Mittel eine Medizin oder ein Gift ist. So ist es auch mit Terpentinöl. Tatsächlich wird es sogar zu medizinischen Zwecken verwendet, was man gewiss nicht täte, wenn es die Gesundheit der Patienten gefährden würde. De jure ist es giftig, de facto aber nicht! Bezogen auf eine Dosencreme kann man grob von einem 60 prozentigen Lösungsmittelanteil ausgehen. Etwa die Hälfte davon ist Terpentinöl. Der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert, ab dem eine Gefahr für die Gesundheit überhaupt zu befürchten wäre, liegt bei 560 Milligramm pro Kubikmeter Luft. Und bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 0,3 Gramm Schuhcreme pro Schuh kann jeder selbst ausrechnen, wie viel hundert Paar Schuhe er hintereinander putzen müsste, bis er den Grenzwert bei einer durchschnittlichen Raumgröße ohne jeglichen Luftaustausch erreicht. Selbst ein professioneller Schuhputzer in einem kleinen Raum mit verschlossenen Türen und Fenstern käme dem Grenzwert nicht einmal nahe. Übrigens gehen die Vorschriften der Terpentinölgrenzwerte auf Vorkommnisse in den 1960er Jahren zurück, als Maler und Anstreicher Ter
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